Nur eine kleine Unruhe (2008)

Morgen

Der Morgen erwacht, erwacht im Osten der Welt
steigt auf aus lichtlosen Seen, über Inseln schläfrigen Grüns
steigt auf aus der Tiefe, die sich gründet vom Anfang der Welt
leuchtet, entzündet den Himmel, verbrennt die Nacht,
spät erst erreicht den Westen sein zärtliches Rot.

Er erzählt uns vom Tag, vom Licht, sich begegnen und berühren
singt uns von Vögeln, die sich sammeln im Osten,
dort schlafen in Gottes Gefieder
vom Wind, der aufsteht aus flüsterndem Schilf und tanzendem Gras

Mit jeder Stunde Licht steigert sich der Vögel Kraft
damit sie, aufsteigend im ersten rötlichen Glanz des Himmels
schimmernde Schatten werfen.

Das neu geborene Kind vernimmt ihren Ruf
und seine Seele zittert vor Glück

auch der Mann
der sich fallen lässt in die Arme einer Frau
die seinen Kopf in ihren Händen birgt
und ihren Mund ruhen lässt
in der sanften Beuge seines Halses
hört den Ton, der aufsteigt in ihm wie Glockenklang,
der sich ausbreitet über Ebenen die endlos sich weiten
und der Schatten in seiner Seele weicht für kurze Zeit

und die Frau, die den Mann in ihren Armen hält,
sich seiner Sehnsucht überlässt, die sich gründet vom
ersten Atemzug des Menschen,
ergibt sich dem Gesang der sie umschließt,
dieser Melodie, die weich und selig für die Nacht
gemacht ist.

Immer beginnt so der Tag
kommt das Licht aus dem Osten
bringt uns das Leben

Die Wiege

Wer ist die Wiege und wer das Kind
liegst bei mir, in meinen Armen wie ein Beginn,
bist stark, weil du schwach dich zeigst

dich zu bewahren, welche Süße,
dich zu umschließen mein Glück
will dir Wiege sein und bin das Kind.